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Wenn Muskeln und Faszien nicht loslassen können – obwohl man alles versucht hat


Als ich dieses Foto aufgenommen habe, hatte ich meine Zertifizierung nach Liebscher & Bracht bereits in der Tasche.


Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – zweifelte ich an mir.

Es war eine Familienwanderung im Jahr 2022. Tim und Lisa liefen mühelos voraus, leicht, kraftvoll, voller Energie. Ich hingegen musste stehen bleiben. Kurz Pause machen. Durchatmen.


Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment und an den Gedanken, der plötzlich da war: „Was ist eigentlich los mit mir?“


Zu dieser Zeit hatte ich selbst Schmerzen. Ich schlief schlecht, trug deutlich zu viel Gewicht mit mir, war innerlich permanent angespannt – und vor allem: sehr weit weg von mir selbst.


Ich sah diese Stufen vor mir und dachte nur: Schritt für Schritt. Nicht alles auf einmal. Nicht kämpfen. Einfach atmen. Einfach weitergehen. Einen Schritt nach dem anderen.


Ich blieb kurz stehen, ließ den Blick durch den Wald schweifen und erlaubte mir, diesen Augenblick wirklich wahrzunehmen. Und genau dort traf ich eine leise, aber klare Entscheidung für mich selbst:


"So geht es auf jeden Fall nicht mehr weiter."


Nicht aus Druck. Nicht aus Pflichtgefühl. Sondern aus dem tiefen Wunsch heraus, mir selbst wieder näherzukommen.


Das war der Beginn meiner Reise zurück zu mir selbst.


„Ich weiß eigentlich genau, was ich tun müsste.“


Diesen Satz höre ich heute oft in meiner Arbeit – in der Praxis, in Kursen und in Gesprächen. Und fast immer folgt danach ein leises Aber: Der Körper macht nicht mit. Die Schmerzen bleiben. Die Kraft fehlt.


Schmerz entsteht dort, wo Spannung bleibt


Aus Sicht von Liebscher & Bracht entstehen Schmerzen häufig dort, wo Muskeln und Faszien über längere Zeit unter zu hoher Spannung stehen.


Diese Spannungen sind real. Sie sind spürbar, messbar und behandelbar. Und sie lassen sich gezielt beeinflussen.


In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder etwas Entscheidendes: Diese Spannungen entstehen nicht zufällig. Sie entstehen dort, wo Menschen über lange Zeit funktionieren, sich zusammennehmen und eigene Grenzen immer wieder übergehen.


Der Körper passt sich an. Er hält. Er spannt.

Und irgendwann kann er nicht mehr loslassen.


Warum Wissen allein nichts verändert


Viele Menschen wissen sehr genau,

  • welche Bewegungen sinnvoll wären

  • dass Entlastung guttun würde

  • dass ihr Körper längst Signale sendet


Und trotzdem handeln sie nicht danach.

Nicht, weil das Wissen fehlt. Nicht, weil es ihnen egal ist.

Sondern weil Veränderung Energie braucht – und diese Energie ist oft schon für anderes verbraucht.


Für Arbeit. Für Familie. Für Verantwortung.


Der Körper bleibt dabei unter Spannung, auch wenn der Kopf längst verstanden hat, was nötig wäre.


Spannung als Ausdruck von Pflichtgefühl


In meiner Erfahrung entstehen chronisch hohe Spannungen häufig dort, wo Menschen sich selbst zu lange hinten anstellen. Nicht aus Unachtsamkeit. Sondern aus Pflichtgefühl.

Der Körper lernt:


„Ich muss halten.“


Und genau das spiegelt sich in Muskeln und Faszien wider.


Der Körper übernimmt, was der Kopf nicht stoppen will


Viele Menschen wissen rational:

„So wie es gerade läuft, ist es zu viel.“


Und machen trotzdem weiter.

Der Körper übernimmt dann eine Aufgabe. Er bremst.

Nicht aus Bosheit. Nicht aus Versagen. Sondern aus Schutz.


"Für mich ist Schmerz kein Zeichen von Schwäche, sondern von Anpassung.

Schmerz wird zur letzten Instanz, wenn frühere Signale übergangen wurden."


Warum reine Technik oft nicht ausreicht


Gezielte Arbeit an Muskeln und Faszien ist essenziell und ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Sie kann Spannungen reduzieren, Beweglichkeit zurückbringen und Schmerzen lindern.


Doch sie kann nur dann nachhaltig wirken, wenn der Körper auch innerlich die Erlaubnis bekommt, loszulassen.


Bleibt das Nervensystem im Dauer-Bereit-Modus, kehrt die Spannung häufig zurück, trotz Übungen und Rolltechnik.


Entlastung beginnt im Zusammenspiel


Nachhaltige Veränderung entsteht dort, wo körperliche Entlastung und innere Regulation zusammenkommen.


Ein entscheidender Schlüssel ist dabei die Atmung – insbesondere die Zwerchfellatmung.

Sie verbindet Muskeln, Faszien und Nervensystem miteinander. Ein freier, tiefer Atem signalisiert dem Körper Sicherheit. Erst dann kann er aus dem permanenten Haltemodus herausfinden.


Viele Menschen spüren in diesem Moment zum ersten Mal seit Langem wieder sich selbst. Nicht als Funktion. Sondern als Körper.


Sich selbst wieder spüren


Mit zunehmender Entlastung geschieht oft etwas sehr Wesentliches: Menschen kommen wieder in Kontakt mit sich selbst.


Sie spüren,

  • wo sie sich anspannen

  • wo sie sich übergehen

  • wo sie längst über ihre Grenzen gegangen sind


Und genau daraus entsteht etwas Neues: Mitgefühl mit sich selbst.


Nicht als Technik. Nicht als Gedanke. Sondern als Erfahrung.

Viele beschreiben, dass sie achtsamer mit sich umgehen, früher innehalten und die Signale ihres Körpers ernst nehmen – nicht aus Disziplin, sondern aus Verständnis.


Wenn Technik wieder Wirkung entfalten kann


Erst im Zusammenspiel ausgezielter Arbeit an Muskeln und Faszien, bewusster Atmung und innerer Entlastung können Maßnahmen nachhaltig greifen.


Dann wird aus Übung Wirkung.

Aus Spannung wieder Beweglichkeit.

Und aus dauerhaftem Funktionieren wieder Lebendigkeit.


Wenn Sie sich hier wiedererkennen


Wenn Sie viel Verantwortung tragen und spüren, dass Ihr Körper längst reagiert,

dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Sondern von Anpassung.


Schmerz zeigt dann nicht, dass etwas kaputt ist – sondern dass etwas zu lange gehalten wurde.


Kontakt & Begleitung


Wenn Sie spüren, dass Ihr Körper mehr braucht als reine Übungen, begleite ich Sie gerne.


In meiner Arbeit verbinde ich gezielte Schmerz- und Bewegungstherapie nach Liebscher & Bracht mit Atemarbeit und einem Blick auf die Spannungsmuster, die sich über Jahre aufgebaut haben – körperlich wie innerlich und wie wir diese gemeinsam lösen können.


Weitere Informationen zu meiner Arbeitsweise finden Sie unter www.angela-loewer.de


oder Sie nehmen direkt Kontakt mit mir auf unter info@angela-loewer.de oder rufen Sie mich an unter 0151-40344114


Herzlichst,


Angela

 
 
 
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